11. Mai 2009

schnittlauch aussaat

Faszinierend. Schnittlauch kommt zusammengefaltet auf die Welt, wie eine kleine zartgrüne Harfe mit einem verstärkten Knubbel oben - zum Erdoberflächendurchstossen nehme ich mal an:


Ich hab ihn vor zweieinhalb Wochen direkt in den Fensterbrett-Blumenkasten (Nachmittagssonne) gesät. Was er ganz sicher nicht war: permanent feucht, weil ich zwischendurch ganz auf ihn vergessen hatte. Ergo: Kein Stress, auch ausgetrocknete Samen keimen, es dauert bloß länger.


stats:
mehrjährige Pflanze
Aussaat im Freiland schon relativ früh (März/April)
Vermehrung: Teilung oder Aussaat
Schnitt: nach der Blüte bis zur Erde abschneiden, dann kommt er nochmal, sagt die gartendatenbank.de.

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9. Mai 2009

common broom


Ich war mir sicher Ginster wäre eine dieser Pflanzen mit superduper englischem Namen - hockwells hyde oder so - ist aber nicht der Fall. Nichtsdestotrotz hab ich im Baumarkt einen gekauft, weil an 3.99 Euro ist schwer vorbeizugehen. Natürlich nicht in gelb. brr. Weil wir heute auch noch mit bewundernswerter Zurückhaltung in Tulln unseren Pflanzen-Frühlingseinkauf hinter uns gebracht haben, gäbe es nun fast genug Rohmaterial, um mit dem Trockenbeet zu beginnen.

stats:
cytisus scotarius; Schmetterlingsblütler
Blüte: 5-6; Lage/Boden: sonnig, trocken, durchlässig; 100-200cm
Schnitt: nach der Blüte um 1/3
Vermehrung: Stecklinge
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6. Mai 2009

kräuter und wildstaudenshopping

… aber bloß Samen. Hoffentlich funktionierts. Die finanziellen (und psychologischen) Konsequenzen, wenn nicht will ich mir gar nicht ausmalen.
Diesmal kein fieser Kaltkeimer dabei.



von links oben nach rechts unten:

Alpenrittersporn (Delphinum elatum), 80-120cm, Blüte: 6-8, Wildform, sonnig, Boden nicht zu schwer, ansonsten anspruchslos; sollte nicht zusammen mit den Hybriden gesetzt werden, sonst geht die Wildform verloren; 2.12.-
Anm: Als Ersatz für den gestorbenen Delphinum Hybriden.
Schillergras (Koeleria pyramidata), 60-120cm, 6-7, sonnig, widerstandsfähig, bildet kleinere Horste im Laufe der Zeit; 1.75.-
Anm: yeah, Gras! Und noch dazu welches, das keiner komplizierten Anzucht-Prozeduren bedarf.
Wimper Perlgras (Melica ciliata), 40-70cm, 6-7, sonnig, trocken/normal, widerstandsfähig, trockenresistent; 1.75.-
Anm: detto.
weißer Ehrenpreis (Veron. virginium), 100-120cm, Blüte: 7-9, sonnig, Boden: trocken/normal, 2,12.-
Anm: Den hab ich gekauft, weil ich mich verlesen hatte und dachte, es wäre eine Halbschatten-Staude. na ja.
Zwergveronika (Salvia nemerosa "rosea"): Hybride, 20-25cm, 7-9, sonnig, robust, wächst auf normalen, aber auch trockenen Böden; 1.92.-
Anm: cute
Blauer Ysop (Hyssopus officinalis), 40-60cm, sonnig, eher trocken, 7-10; Soll Läuse, Schnecken und Raupen abwehren; 1.82.-
Anm: die lange Blütezeit klingt nicht schlecht und irgendwo hab ich ihn auch in weiß gesehen, das wäre doch eine nette Kombination.
Thai-Basilikum (Ocimum basilicum), 30-50cm, 6-10, einjährig, süßliches Anisaroma, 1.83.-
Anm: fürs Fensterbrett, weil näher beim Herd und 10km weiter von den Schnecken weg.
Wermuth (Artemisia absinthium), karge, eher sandige Böden, Nässe zu vermeiden, sonst anspruchslos; 1.48.-
Anm: wegen der Bohème. Und wegen dem grauen Laub. Und dem potentiellen Trockenbeet.

5. Mai 2009

winter-verluste

Erstaunlicherweise hat alles wichtige Frischgepflanzte den Winter ohne Probleme überstanden.
Eigegangen ist bloß eine hässliche rosa Spiere (ein außerordentlicher Glücksfall, weil ich den Mord selber wohl nicht übers Herz gebracht hätte), eine unbekannte blaue Staude, der Rittersporn vom Baumarkt und zwei Prachtkerzen. 
Der Rittersporn ist auch kein herber Verlust, weil ein Pacific-Hybride und deswegen anscheinend besonders anfällig für absolut alles. Wenn schon, dann eine Elatus-Art (sagt das Gartenmagazin) bzw. irgendetwas, dem man seine Herkunft von der Wildform zumindest noch halbwegs ansehen kann (sage ich). 
Um die zwei Prachtkerzen tut es mir wirklich leid. Die waren hübsch und haben dauernd geblüht, was bei Stauden im Gegensatz zu den einjährigen Sommerblumen eher selten vorzukommen scheint. Auf jeden Fall sind Prachtkerzen nur bedingt winterhart, was weniger an den Temperaturen, denn an der (Stau)nässe liegt, die sie gar nicht vertragen. Und bei uns stand im Vor-Frühling das Wasser teilweise 10cm hoch. Sprich: die nächsten Prachtkerzen kommen ins (utopische) besser drainagierte Trockenbeet und werden im Winter abgedeckt. 

4. Mai 2009

rübezahl


File under: Das hätt ich mir jetzt nicht gedacht.
Zwei Stunden Arbeit zu zweit: ein Baumstrunk weniger im Rosenbeet.
Ohne elaborierte Hilfsmittel, einfach graben, Wurzel absägen, weitergraben, etc.
Als stillen Akteur hätten wir ihn natürlich im Beet gelassen, aber dauernd lästig buschiges Ahornlaub treiben hat ihm den Garaus gemacht.

3. Mai 2009

hatching

Ich hab letztes Jahr Anfang August mehr als Experiment, ob ich überhaupt fähig bin irgendwas aus einem Samen aufzuziehen, denn aus praktischem Nutzen einen Zimmergewächshaus-Versuch gestartet. Das hat auch vorerst gut funktioniert, aber nach dem Freilassen der 10cm großen Jungpflanzen sind sie alle verendet. Das könnte jetzt daran gelegen haben, dass wir nur einmal pro Woche im Garten sind und unsere Pflanzen mit wenig Wasser auskommen müssen - aber die kleinen Pflänzchen, die ich im Juni aus den Balkonritzen meiner Mutter gezogen hatte haben es bei uns ja auch gut überstanden.

Nun also Versuch Nr. 2 (immerhin 3 Monate früher)
unter die Plastikhaube kamen vor zwei Tagen:

* 13 Lupinen
* 9 selbst geerntete Ritterspornsamen
* 3 Töpfchen (je ca. 10-15) selbst geerntete Mohnsamen
* 3 Passionsblumen
* 2 Töpfchen (je ca. 10-15) französische Königskerzen
* 2 Töpfchen (je ca. 10-15) weiße Königskerzen
* 1 Töpfchen (je ca. 10-15) dunkler Fingerhut
* 2 Töpfchen (je ca. 10-15) rostfarbener Fingerhut
* 3 Akelei (obwohl Kaltkeimer)
* 7 Bartfaden (obwohl Kaltkeimer)
* 6 Rettiche
* 1 Tasse Basilikum



Mehr als ein Fensterbrett bekommt das Grünzeug nicht. Das ist gerade eine adäquate, überschaubare und zu ertragende Invasion in unsere ansonsten Zimmerpflanzen-freie Wohnung (Orchideen gelten nicht). Die Supervision über mehr Pflanzen würde vermutlich ein unnötiges Spannungsniveau bei mir erzeugen (was lebt noch? was siecht? was schimmelt?). Ich fühl mich den Sämlingen ja gleich so verbunden.

Keine Ahnung, was mich dazu gebracht hat Rettichsamen zu kaufen. Würde einem jetzt nicht unbedingt als erstes einfallen, wenn man sich 3 frische Baby-Gemüsesorten aussuchen könnte.

Akelei und Bartfaden sind Kaltkeimer. Vollkommen von einer Niederlage überzeugt, hab ich einen Teil ihrer Samen letzten Herbst in die Obstbaum-Spalierbeete gestreut. Die waren Anfang April aber so von Unkraut überwuchert, dass die Jungpflänzchen, selbst wenn sie gekeimt hätten, unauffindbar gewesen wären. Obwohl ich mir herausgesucht hatte, wie eine Mini-Akelei denn so aussieht. Nämlich so. (Quelle: der hilfreichste aller Garten-Blogs, den ich bisher gefunden habe: gaertnerblog.de)

Jetzt also die Normal-Variante (vielleicht hat ihnen die Kälte im Keller über den Winter gereicht). Wenn das nicht hinhaut muss ich sie nächsten Winter in ein feucht zu haltendes Sandsäckchen verpacken, für ein paar Wochen in den Kühlschrank stellen und dann aussäen. Ich finde, etwas ähnlich absurdes sollte jeder mal gemacht haben. Als Personifikation einer Naturgewalt für die paar Samen komm ich auch sicher besser über die trüben Jänner-Tage.

Ich hab diesmal keine Anzucht-Erde verwendet, sondern Gartencenter-Erde, die einen Winter in unseren Balkonkästen zubrachte und definitiv nicht mehr viel Nährstoffe anzubieten hat (wie das beim Keimen ja seltsamerweise so sein soll). Dazu gemischt sind vielleicht 1/5 oder 1/6 Sand.

Update: hier der Keimfortschritt 2 Wochen später
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2. Mai 2009

baum- & strauchschnitt. it's a jungle out there …

Das Los aller GartenbestellerInnen ist anscheinend der Zustand des permanenten Zuspät-Seins. Vielleicht aber auch nur meines, in Anbetracht aller BloggerInnen, die schon seit Ende Februar Tomatenpflänzchen am Radiator heranziehen.



was wir immerhin bis jetzt geschafft haben:
Anfang März das linke Apfel und Birnbaum-(Hecken)Spalier mit Hilfe von Lukas Onkel radikal zu scheiden. Radikalst. Abgesehen vom Mittelstamm gibts de facto nur mehr ein paar vorjährige Wasserschosse, die horizontal zur Seite gebunden wurden, auf dass sie sich zu guten, Fruchtholz tragenden, Seitenästen transformieren.







Auch unsere vordere Strauch-Hecke ist ein wenig verwildert. Am 8. April vom Urlaub zurück, hab ich gerade noch geschafft Strauch Nr. 1 (ein Ranunkel-ähnliches Gewächs) und Nr. 2 von ihren vielen! abgestorbenen Ästen zu befreien und generell auszulichten (ungewollte Hauptäste einfach soweit unten absägen, wie möglich, schwache junge Hauptäste abzwicken) bevor der Frühling wieder ein undurchdringliches Dickicht aus ihr gemacht hat. Ein Dickicht, das wir auch brauchen, weil 80% der GartenpächterInnen meinen, es wäre erstrebenswert 80% ihres GARTENS mit einem Wohnhaus zuzubetonieren. Tot der Wiener Sozialdemokratie, die das erlaubt hat.



Beim Obstbaumschnitt waren wir also mind. 1 Monat zu spät dran. Bei der Hecke auch, aber das war fast nur totes Holz, also irrelevant. Ich würde ja gerne wissen, was genau das Problem eines zu späten Schnittes ist. Dass die Wunden bluten und sich infizieren? (ist bei uns nicht passiert) Dass an den Schnittstellen nichts mehr weiterwächst? hm.



update: anscheinend gibt es auch VertreterInnen einer laissez faire Politik, die da meinen: Obstbaumschnitt von Spätwinter bis Sommer möglich. Da muss es doch wohl eine gängige Lehrmeinung geben. hmpf.